Angebot & Ablauf
Zielgruppe
Ich arbeite mit Erwachsenen, sowie mit Jugendlichen ab dem Alter von 15 Jahren. Bei der Therapie von Jugendlichen finden zusätzlich Elterngespräche statt.
Meine Leistungen
Ich biete sowohl Einzel-, als auch Gruppentherapie an. Welches Therapieformat für Sie passend ist, kommt auf Ihre Thematik an, sowie darauf, was Sie sich wünschen.
Mindestens die ersten drei Sprechstunden finden immer im Einzelsetting statt. Sprechen Sie mich gerne auf die Möglichkeiten an, sodass wir ein passendes Format für Sie finden können.
Eine neue Gruppe startet voraussichtlich im Januar 2027 (mittwochs von 16.20 Uhr bis 18 Uhr, Schulferien ausgenommen).
Meine Behandlungsschwerpunkte
- Affektive Störungen (z.B. Depression, Bipolare Störung)
- Angststörungen (z.B. generalisierte Angst, Phobien, soziale Ängste, Panikattacken)
- Zwangsstörungen
- Anpassungsstörungen, Burnout, Schlafstörungen
- Somatoforme Störungen, Schmerzstörungen
Die Behandlung von Suchterkrankungen (Alkohol und Drogen) sowie die Behandlung von komplexer PTBS gehören nicht zu meinem Leistungsspektrum.
Ablauf
Klicken Sie auf einen Schritt, um mehr zu erfahren.
Probatorik
Bevor die eigentliche Therapie beginnt, finden zunächst bis zu drei Sprechstunden und (je nach Erstattung durch Ihre Versicherung) zwei bis vier probatorische Sitzungen (jeweils à 50 Minuten) statt.
Diese dienen dazu, dass ich viele Informationen von Ihnen erfrage, eine Einschätzung abgebe, ob Psychotherapie für Sie das passende Verfahren sein kann, eine (Verdachts-)Diagnose stelle, und Ihnen rückmelde, ob eine Zusammenarbeit aus meiner Sicht sinnvoll wäre.
Für Sie sind diese Stunden wichtig, um zu prüfen, ob Sie sich in einer Therapie mit mir sicher und gut aufgehoben fühlen, und ob das Angebot für Sie hilfreich sein könnte. Am besten stellen Sie sich dabei Fragen wie: Können Sie in den Stunden Dinge erzählen, die Ihnen wichtig sind, und haben Sie das Gefühl, dass damit gut umgegangen wird? Fühlen Sie sich im Kontakt sicher, und haben Sie das Gefühl, respektvoll behandelt zu werden? Können Sie Kritisches ansprechen, und ist eine Klärung mit mir möglich?
Inhaltlich sind die Stunden für uns beide wichtig, um gemeinsam Therapieziele zu erarbeiten, die sowohl mit Ihren Wünschen übereinstimmen als auch aus meiner therapeutischen Sicht realistisch und sinnvoll sind, um Ihre Symptomatik zu reduzieren.
Kurzzeittherapie
Wenn wir nach der Probatorik beide den Beginn der Therapie sinnvoll finden und Sie die Erstattung durch Ihre Versicherung geklärt haben, kann die eigentliche Therapie beginnen. Die Sitzungen dauern 50 Minuten und finden in der Regel einmal wöchentlich statt. Die Länge einer Therapie ist individuell und richtet sich nach den Therapiezielen, dem Verlauf, dem Leidensdruck und den Veränderungsmöglichkeiten. Im Verlauf prüfen wir immer wieder gemeinsam, ob die Therapie für Sie noch hilfreich ist, ob das Erarbeitete in die richtige Richtung führt, und falls nicht, ob wir gemeinsam etwas verändern können, oder ob ein anderes Angebot für Sie passender wäre. Therapieziele können sich im Verlauf verändern, v.a. wenn Neues verstanden oder gelernt wurde. Manchmal muss dann die Richtung der Therapie angepasst werden. Psychotherapie ist (im Gegensatz zu einigen somatischen Behandlungen) ein aktiver Prozess, für dessen Gestaltung wir beide die Verantwortung tragen.
Ggf. Langzeittherapie
Für manche Anliegen reicht eine Kurzzeittherapie nicht aus. Versicherungen, die eine Langzeittherapie erstatten, verlangen meist einen ausführlichen Antrag mit Bericht, bevor sie die Kostenerstattung einer Langzeittherapie zusichern. Im Therapieverlauf besprechen wir rechtzeitig, ob die Umwandlung in eine Langzeittherapie sinnvoll wäre, sodass möglichst keine Therapiepause durch die Beantragung entsteht.
Therapieende
Auch das Beenden einer Therapie ist ein aktiver Prozess, den wir gemeinsam gestalten.
Wann endet eine Therapie?
Entwicklung findet lebenslang statt, sodass Themen nie aufhören. Psychotherapie kann so lange durchgeführt werden, wie ein Leidensdruck im Sinne einer krankheitswertigen Störung besteht, Therapieziele vorhanden sind, auf die hingearbeitet wird (und die sowohl Sie als auch ich sinnvoll finden), die Therapieziele dem Leiden entgegenwirken bzw. dessen Wiederauftreten verhindern sollen, und sich abzeichnet, dass der therapeutische Prozess für das Erreichen der Ziele im Großen und Ganzen hilfreich ist. Im Verlauf prüfen wir das immer wieder gemeinsam und passen den Prozess gegebenenfalls an. Wie bei vielen Themen, haben Menschen auch in Bezug auf Veränderung zwei Pole: Einerseits den Wunsch nach Veränderung im Sinne einer Verbesserung, andererseits den Wunsch, dass Dinge unverändert bleiben, da Bekanntes Sicherheit gibt und Veränderung Energie kostet. Beides ist völlig Ordnung: Ohne Veränderung kann bestehendes Leiden nicht gelindert werden. Sich immer nur für Veränderung zu entscheiden, würde jedoch zu Überforderung führen. Sie können sich im Verlauf immer wieder selbst fragen, an welchem Punkt Sie gerade stehen, und ob dieser gut genug ist – zumindest für den Moment. Vielleicht ist dieser Punkt eine gute, oder wenigstens die bestmögliche Lösung. Manchmal dürfen sich Veränderungen erst einmal innerlich setzen und festigen, oder müssen bestimmte Entwicklungen im äußeren Leben abgewartet werden, bevor weitere innere Entwicklung möglich ist – beides braucht Zeit. Falls zu einem späteren Zeitpunkt wieder mehr Veränderungswunsch und -möglichkeit besteht, kann ein therapeutischer Prozess wieder aufgenommen oder neu begonnen oder werden. Wichtig ist nur, dass Sie dabei ehrlich zu sich selbst und zu mir sind.
Wie endet eine Therapie?
Nachdem wir das Therapieende besprochen haben, vereinbaren wir noch mindestens eine, meist aber noch mehrere Sitzungen. Die Abschlusssitzungen dienen dazu, das Erlernte zu festigen, möglichen Krisen vorzubeugen, den Therapieverlauf gemeinsam zu reflektieren und sich zu verabschieden. Häufig ist es sinnvoll, die letzten Stunden in etwas größeren Zeitabständen als einmal wöchentlich zu vereinbaren.
Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
Das Format einer tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie ist dem einer Verhaltenstherapie ähnlich: Die Sitzungen dauern 50 Minuten und finden in der Regel einmal wöchentlich statt.
Inhaltlich gehört die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie zu den psychodynamischen Verfahren. Hier finden Sie einen kurzen Überblick zum tiefenpsychologischen Verständnis von Symptomentstehung und Therapie:
Wie entstehen Symptome?
Klicken Sie auf einen Punkt, um mehr zu erfahren.
Gelerntes und Auslöser
Jede Person wächst mit bestimmten inneren und äußeren Voraussetzungen auf. Kinder und Jugendliche lernen in ihrer Umwelt (meist der Kernfamilie) bestimmte Fähigkeiten, Verhaltensweisen und Arten, zu interagieren. In jeder Familie gibt es dabei günstige und ungünstige Bedingungen. Kinder sind erstaunlich gut darin, sich an die Bedingungen anzupassen, da sie von den Eltern abhängig sind. Was wir in unserer Kindheit lernen, wird verinnerlicht, und wir wenden die Mechanismen später weiterhin unbewusst an. (Ein Beispiel, um das zu verdeutlichen, ist die Art, wie ein Mensch geht: Jede:r tut das auf eine bestimmte, ganz eigene Art und Weise. Als Kind lernt man mit viel Mühe, zu gehen. Später macht man das größtenteils automatisch und braucht dafür kaum noch Energie. Um die eigene Art zu gehen zu verändern, müsste man sich bewusst machen, wie genau man das tut, und das nach und nach umlernen.) Wir haben dabei Stärken - uns fallen bestimmte Dinge leicht, die anderen Menschen schwerfallen, und Schwächen - wir tun uns schwer mit Dingen, die anderen leichtfallen. Wenn im Leben eine Veränderung eintritt, und diese zufällig genau auf eine 'Schwachstelle' von uns trifft, können Symptome entstehen. Ein solches auslösendes Ereignis muss nicht zwingend etwas sein, das für alle Menschen schlimm wäre (z.B. eine schwere Krankheit oder der Tod einer/eines nahen Angehörigen); das kann auch etwas sein, was andere als neutral (z.B. Jobwechsel) oder sogar schön (z.B. eine Beförderung oder die Geburt eines gewünschten Kindes) erleben würden. Wichtig ist nur, dass der Auslöser zufällig genau auf die eigene 'Schwachstelle' passt.
Was im Lauf des Lebens gelernt wird: Strukturelle Fähigkeiten
Je nachdem, was ein Mensch selbst mitbringt, und wie die Bezugspersonen miteinander und mit dem Kind interagieren, kann die Person bestimmte Fähigkeiten unterschiedlich gut entwickeln. Zum Beispiel kann ein Kind, das ein empathisches und aufmerksames Gegenüber hat, besser lernen, seine eigenen Gefühle differenziert wahrzunehmen. Wenn diese Fähigkeiten nicht ausreichend gut gelernt wurden, können später Symptome entstehen.
Innere Konflikte
Menschen haben verschiedene Bedürfnisse, die sich teils widersprechen und miteinander in Konflikt stehen. Ein Beispiel dafür ist einerseits das Bedürfnis, mit anderen in Beziehung zu sein und sich nah zu fühlen, andererseits eigenständig Ziele zu verfolgen und autonom zu sein. Je nach äußeren und inneren Voraussetzungen kann eine Person unterschiedlich gut lernen, zwischen den verschiedenen Bedürfnissen eine gute Balance zu finden, und, je nach aktueller Lebenssituation und Interessen, flexibel zwischen diesen zu pendeln. Wenn dies nicht gut gelingt, kann Leiden entstehen.
Beziehungsgestaltung
Menschen sind Beziehungswesen. Wir sind ursprünglich auf andere angewiesen, um zu überleben, daher ist im Menschen ein Bedürfnis nach Beziehung tief verankert. Um Beziehungen zufriedenstellend zu gestalten, braucht man eine Vielzahl an Fähigkeiten. Dabei spielen sowohl bewusste Entscheidungen als auch unbewusste Prozesse eine Rolle. Falls im Lauf des Lebens ungünstige Beziehungsmuster verinnerlicht wurden, werden diese häufig unbewusst fortgeführt. Das kann dazu führen, dass in Beziehungen immer wieder die gleichen Konflikte entstehen oder wichtige Bedürfnisse nicht befriedigt werden, was Leiden verursachen kann.
Symptome können also ein Resultat nicht ausreichend erlernter Fähigkeiten, ungelöster innerer Konflikte oder ungünstiger Aspekte in der Beziehungsgestaltung eines Menschen sein, oder eine Kombination davon.
Wie wird in der Therapie gearbeitet?
In der Therapie sollte zum einen konkret an Symptomen und dem Umgang mit diesen gearbeitet werden, da viele Symptome sich verselbständigen können, sodass sie nicht zwingend sofort verschwinden, wenn ihre Ursache gelöst wurde. Zum Beispiel kann es bei einer Angststörung wichtig sein, sich mit therapeutischer Unterstützung angstauslösenden Situationen auszusetzen, um der Angst entgegenzuwirken.
Zum anderen kann man in der Therapie
- Fähigkeiten nachlernen (zum Beispiel Gefühle zu erkennen und zu benennen),
- innere Konflikte bewusst werden lassen, sodass man leichter Lösungen für vorher scheinbar unveränderliches erarbeiten kann, und
- Aspekte der eigenen Beziehungsgestaltung verstehen und entscheiden, was man davon günstig und ungünstig findet, um dies bewusst beeinflussen zu können.
Neben der Arbeit an einem Symptom auf der praktischen Ebene trägt diese Art zu arbeiten dazu bei, dass Symptome gelindert werden, und dass sie später im Leben nicht (in der gleichen oder in veränderter Form) wieder auftreten. Dabei wird die Person als Ganzes betrachtet und sowohl das Symptom selbst als auch die beschriebenen inneren Prozesse in den Fokus genommen.